Apistogramma cacatuoides var „Orange“
Um zu einem Paar Apistogramma cacatuoides var „Orange“ zu kommen, mussten wir sehr weit fahren. Entweder stammten die Tiere aus einer elternlosen Aufzucht, was wir ablehnen oder sie waren nicht schön gezeichnet. Die vielen Kilometer haben sich gelohnt, wir konnten zwei Tiere aus verschiedenen Quellen erstehen, die garantiert nicht miteinander verwandt sind. Das Paar lebt mit einem Ancistrus sp zusammen in einem 90 Liter Becken, welches auf 26°C geheizt ist.
Wie bereits erwähnt, hat dieses wirklich harmonische Paar die ersten beiden Gelege nicht durchgebracht. Bei der ersten Brut kam es noch bis zum Freischwimmen der Jungtiere, einen Tag später waren alle verschwunden. Bei der zweiten Brut vermuten wir ein Fressen der Elterntiere aufgrund von Hydren.
Nachdem die Jungfische von beiden Elternteilen frei im Becken geführt wurden und sie sich wirklich aufopfernd kümmerten, kam es an Tag 14 zu einem explosionsartigen Befall mit Hydren. Sämtliche Pflanzen und Scheiben waren flächendeckend von ihnen befallen und die Jungfische im Vorbeischwimmen attackiert. Noch bevor wir mit Flubenol behandeln konnten hatten die Eltern den ganzen Schwarm Jungfische gefressen. Die Hilfe kam zu spät. Erst beim dritten Anlauf konnten die Barscheltern all ihre Jungtiere problemlos durchbringen.
Nach der Brut in einer Kokosnusshöhle führten die Barscheltern ihren Schwarm frei durch das Becken. Auf diesem Bild sind die Jungfische gerade 2 Tage alt und sie ruhen viel im Javamoos, um möglichst viele Kleinstlebewesen zu erwischen. Das Männchen sichert ständig sehr gewissenhaft das Umfeld.
Die Jungfische bekamen 3x täglich frisch geschlüpfte Artemia Nauplien und wuchsen recht schnell und gleichmäßig heran. Es kam zu keinem einzigen Ausfall. Das Geschlechterverhältnis war absolut ausgeglichen.
Die Halbwüchsigen waren sehr selbstbewusst und schwammen gerne in der Nähe des Vaters. In diesem Alter gewöhnten wir sie an lebende Wasserflöhe und fütterten 1x wöchentlich Flockenfutter. Auch schwarze Mückenlarven als Frostware wurde zu diesem Zeitpunkt schon angenommen.
Wir haben uns die ganze Zeit an den Elterntieren orientiert und die Jungfische so lange bei ihnen belassen, bis sie ihren Nachwuchs offensichtlich ignorierten. Die ersten halbwüchsigen Männchen wurden ab diesem Zeitpunkt bereits von ihrem Vater täglich mehrmals reglementiert, was ihnen aber nicht geschadet hat.
Dieses männliche Jungtier zeigt die Größe mit der wir sie abgesetzt haben. Als sie in ihr eigenes Becken zogen, hatte sich eine feste Hierarchie entwickelt und so blieben sie noch eine ganze Weile bis zur Abgabe friedlich und nicht nach Geschlecht getrennt zusammen. Nach dem Absetzen hat das Elternpaar eine Pause von ca 8 Wochen eingelegt und begann dann synchron mit ihren Nachbarn, den A. borelli, erneut zu brüten.
Fortsetzung folgt...




