Wer hat Angst vor Hydren und Planarien ?
Die Antwort auf diese Frage lautet definitiv : ICH habe Angst vor Hydren…
Einige Aquarianer sind fasziniert von Hydren, ich bin es nicht, es sei denn ich kann sie in Ruhe in einem „Artenbecken“ bestaunen.
Es fängt meistens harmlos an, plötzlich sieht man eine einzelne Hydra an der Scheibe des Aquariums „sitzen“. Auf meine anfänglichen Fragen, ob Hydren eine Gefahr für die Beckenbewohner darstellen, kam meist die Antwort : nein, sie fressen keine Fische. Als Tipp folgte dann meistens das vorsichtige Absaugen. Egal wie vorsichtig ich sie abgesaugt hatte, einige Tage später konnte ich zusehen, wie sie regelrechte Wälder anlegten, auf Steinen, Höhlen, an Pflanzen und den Scheiben. Und sie fühlten sich sehr wohl in meiner Obhut und Pflege, da ich sie regelrecht mit frisch geschlüpften Artemien verwöhnte. Dies ließ sich aber nicht vermeiden, da sie mein Zuchtbecken der Apistogramma cacatuoides okkupierten. Je mehr eiweißreiche Nahrung, umso mehr Hydren.
Sie saßen später in großer Zahl im Javamoos, dort, wo die 5 Tage alten Jungfische tagsüber Schutz suchten. Durch ihre Nesselkapseln verätzten sie die Zwerge so stark, daß sie verstarben. Chemie wollte ich nicht anwenden, da es allgemein hieß, Apistogramma Arten reagieren sehr empfindlich auf chemische Zusätze und ein Rausfangen der Jungfische brachte mich nicht weiter, da das Weibchen sie zu diesem Zeitpunkt gefressen hätte.
Ein weiterer Tipp war das Einsetzen von Spitzschlammschnecken. Eigentlich eine gute und vor allen Dingen vertretbare Sache, aber sie funktionierte nicht. Die Schnecken fraßen zu wenig Hydren und widmeten sich leider anschließend nur noch den Grünpflanzen.
Bis ich mich zur Radikallösung durchringen konnte, verlor ich allerdings auch den 2. Wurf Apistogramma Jungfische. Danach reichte es mir. Ich wandte mich an meinen Tierarzt, der mir freundlicher Weise gleich die richtige Mischung abfüllte.
Rezeptur vom Tierarzt
5g Flubendazol
12 ml DMSO ( Dimethylsulfoxid )
auf 50ml aufgefüllt
Dosierung
Auf 100 Liter Aquarienwasser verwendet man 2 ml der Lösung
Vor der Anwendung
Es ist ratsam vor der Anwendung möglichst viel der durch die Behandlung absterbenden Biomasse zu entfernen. Da sie nach dem Absterben das Wasser unnötig belastet. Schnecken sollten während der Behandlung vorsichtshalber entnommen werden. Ein normaler Wasserwechsel vor Beginn ist angebracht, um die bestmöglichsten Ausgangswerte zu erhalten.
Als ich mit der aufgezogenen Spritze über dem Filterstrom stand, schaute ich besorgt auf meine gerade 12 Tage alten Apistogramma Jungfische und drückte ab. Auch als sich die weißliche Wolke gleichmäßig im Becken verteilte, zeigten die Fische keinerlei Veränderung in Form von hektischem Schwimmen oder erhöhter Atemfrequenz. Ich war zuversichtlich.
Das Mittel tötet die Hydren nicht sofort, sondern verändert langsam ihren Stoffwechsel, sodass sie am 3. Tag verhungert sind.
Tag 5, alle Hydren sind weg, sämtlichen Bewohnern des Beckens geht es sehr gut, sogar den 3 ( übersehenen ) Spitzschlammschnecken. Ich werde einen Versuch in einem Garnelenbecken starten, laut Aussage des Tierarztes schadet das Mittel auch den Garnelen nicht.
