
Wir möchten hier unsere persönlichen Erfahrungen im täglichen Umgang mit diesen Garnelen wiedergeben.
Das natürliche Habitat der Kardinalsgarnelen ist in Sulawesi zu finden. Dort wurden folgende Werte ermittelt : Schwankende Temperaturen von 27°C bis 32°C , einem PH Wert von 7,6 bis 8,5 und einem Leitwert von 224.
Wir pflegen deutsche Nachzuchten, die im Gegensatz zu den Wildfängen weitaus toleranter sind. Dennoch versuchen wir die ursprünglichen Werte zu halten und unser Hauptaugenmerkt gilt der Vermeidung von Schwankungen. Um dies zu erreichen sind folgende Maßnahmen äußerst hilfreich.
Unsere Wasserwechsel
Wir wechseln wöchentlich in unserem 54 Liter Becken 20%. Die Meinungen gehen hier deutlich auseinander, so werden Wechselmengen von 10% bis zu 50% empfohlen. Wir sind bei 20% geblieben und haben sehr gute Erfahrungen damit gemacht.
Der Korallenbruch hebt das Leitungswasser in der Karbonathärte an und sorgt für einen stabilen PH Wert.
Der nächste Morgen - wir wärmen mit einem Heizstab das Wechselwasser an, bis eine Temperatur von 28°C bis 29°C erreicht ist. In der Zwischenzeit werden besagte 20% Wasser aus dem Aquarium der Kardinalsgarnelen abgelassen.
Heizer und das Säckchen mit dem Korallenbruch werden jetzt entfernt und der Eimer mit dem aufbereiteten Wechselwasser auf das Becken der Garnelen gestellt. Mit einem Infusionsschlauch lassen wir über einen Zeitraum von ca 2 Stunden das Wasser eintröpfeln.
Unsere Fütterung
Im Gegensatz zu den Garnelen, die sonst in unseren Becken leben, sind Kardinalsgarnelen keine wirklichen Fresser. Ihre Futtersuche erscheint oft planlos, ich konnte noch nie sehen, dass nach der Gabe von Futter ein gezieltes Anschwimmen erfolgte. Sie sind also wahrscheinlich nicht in der Lage Futterquellen olfaktorisch zu orten.
Staubfuttersorten ziehe ich persönlich vor, da es sich flächendeckender im Aquarium ausbreitet.
Da wir mit den Kardinalsgarnelen auch Tylomelania Schnecken halten, mache ich mir um eventuelle Futterreste weniger Sorgen. Zumindest musste ich am nächsten Tag noch nie Restfutter absaugen. Die Schnecken ermutigen mich daher auch zur Fütterung von Brennnesseln und getrocknetem Kürbis. Allerdings verzichte ich gänzlich auf die Verfütterung von Gurken oder Zucchini, da aufgrund der hohen Temperatur das frische Gemüse schnell verderben würde.
Pflanzen im Sulawesi Becken
Biotopaufnahmen zeigen eigentlich immer wieder, das die natürliche Umgebung geprägt von Felsen ohne wirkliche Vegetation ist. Dennoch konnte ich mich nicht ganz mit dieser „Mondlandschaft“ anfreunden. Daher brachte ich zumindest Muschelblumen auf die Oberfläche und dunkelte somit das grelle Licht ab. Den Garnelen scheint es zu gefallen ( weniger die Muschelblumen, als das leicht gedämpfte Licht ). Außerdem fristet eine einzige Mooskugel zwischen den „Felsen“ ihr Dasein, aber auch hier denke ich, dass es eher für meine Zufriedenheit sorgt, als für die Garnelen.
Etwas Nixkraut und Wasserpest habe ich frei im oberen Bereich eingebracht, ich rede mir ein, dass diese Pflanzen eventuelle Schadstoffe aufnehmen und somit werden sie wöchentlich beim Wasserwechsel ausgetauscht.
Durch unsere sorgfältig vorbreiteten Wasserwechsel und die Fütterung von Spirulina/Reiskleie/Mückenlarven, scheinen wir auf dem richtigen Wege zu sein. Das hat uns ermutigt, alleine durch die zahlreichen Nachkommen bei den Kardinalsgarnelen eine weitere Sulawesi Art zu pflegen.
Caridina sp.—Zweifarbige Matano
Sie leben zusammen mit den Kardinalsgarnelen und pflanzen sich ebenfalls problemlos fort.