Lebendfutterkulturen
Diese Seite widmen wir dem Kultivieren von verschiedensten Lebendfuttersorten. Folgende Auswahl an Lebendfutter hat sich bei uns etabliert und so können wir ständig auf feinstes Lebendfutter zurückgreifen. Bei Interesse an Lebendfutteransätzen, kann gerne Kontakt mit uns aufgenommen werden. Wir versenden auch Lebendfutterkulturen.
Grindalwürmchen Enchytrea buchholzi

Wir kultivieren unsere Grindal Würmchen in Schalen mit Seramis, der zuvor
einmal kurz abgekocht wurde. Die Füllhöhe des Seramis beträgt 1/2 des
Schälchens, der Deckel wird mit kleinen Löchern versehen. Das Seramis
Granulat wird mit einem Ansatz Grindal beimpft und dann mit einer kleinen
Folie abgedeckt. Der Ansatz wird täglich mit fein zerriebenen Schmelzflocken
gefüttert. Sollte sich das Substrat trocken anfühlen, wird es leicht
angefeuchtet. Nach etwa zwei Wochen ist der Ansatz bereit zum Verfüttern,
dabei sammeln sich die Grindal Würmchen unterhalb der aufgelegten Folie.
Die Folie kann beim Verfüttern einfach im Aquarium abgespült werden.
Alle vier bis sechs Wochen muss der Ansatz mit lauwarm-abgestandenem
Wasser kräftig ausgespült werden. Mit einem feinen Sieb oder Kaffeefilter
werden die feinen Würmer aus dem Spülwasser gefiltert und anschließend
wieder in die Kultur gesetzt. Das Seramis sollte ebenfalls in einem Sieb sehr
gut abtropfen.
Wir verfüttern Grindal Würmchen an unsere Jungfische, aber auch an die
maulbrütenden Betta Männchen, damit sie nach der Brut schneller zu Kräften
kommen. Grindal Würmchen enthalten viel Fett und sollten daher nicht als
Alleinfuttermittel gesehen werden.
Microwürmchen Panagrellus redivivus

Das mit Abstand am einfachsten zu kultivierende Lebendfutter sind
Microwürmchen. Dazu wird einfach ein Brei aus Haferflocken, Wasser und
Trockenhefe als Kultursubstrat angerührt. Der Brei darf nicht zu flüssig sein.
Dieser Brei wird ca 1 bis 2 cm hoch in kleine Schälchen mit Deckel gefüllt
und mit einem Ansatz Microwümchen angeimpft. Auch hier wird der Deckel
mit kleinen Löchern versehen. Nach ca 3 Tagen kriechen die Würmchen an
den Seitenwänden der Schale hoch und können dort mit einem Pinsel
entnommen werden. Wichtig ist, daß kein Substrat mit ins Aquarium
gelangt. Die Microwürmchen stellen eine willkommene Abwechslung zu
Artemia Nauplien dar. Sie sollten ebenfalls nicht täglich verfüttert werden,
da der Anteil an Fett und Kollagen recht hoch ist. Man kann in das Substrat
der Microwürmchen Spirulina und Vitaminpräparate einrühren, um den
Nährwert für die Jungfische zu erhöhen.
Der Ansatz wird nach ca 6 bis 8 Wochen dunkel, zu diesem Zeitpunkt werden
einige Microwürmchen für neue Kulturen entnommen.
Essigälchen Turbatrix aceti

Ebenfalls sehr einfach zu kultivieren sind die Essigälchen. Man benötigt
lediglich eine PET Flasche, 1/4 Liter abgekochtes, abgekühltes Wasser und
die gleiche Menge Bio Apfelessig. In das abgekühlte Substrat wird mit einer
kleinen Menge Essigälchen angeimpft, die Flasche darf nicht verschlossen
werden. Allerdings sollte man ein Stück Schwammfilter in die Öffnung
stecken, um Verunreinigungen zu vermeiden. Anfänglich bildet sich eine
Kahmhaut, die vorerst durch Rühren unterbrochen wird. Mit der Zeit sinkt
sie ab und bildet einen Bodensatz, der ignoriert werden kann, weil er die
Kultur stabilisiert. Ein Ansatz hält bis zu einem Jahr und wird nur hin und
wieder mit einem Wasser/Apfelessig Gemisch aufgefüllt. Sollten spontan
mehr Essigälchen benötigt werden, kann man die Kultur mit einem Teelöffel
Zucker pro Liter geboostet werden. Essigälchen verfüttern wir an sehr, sehr
kleine Jungfische, die noch nicht in der Lage sind Artemia Nauplien zu
fressen. Dazu wird mit einer Spritze Substrat aus der Flasche gezogen und in
einen Papier Kaffeefilter gespritzt. Danach wird mit klarem Wasser gespült,
denn auch hier sollte auf keinen Fall Spuren von Essig in das Aquarium
gelangen. Der Kaffeefilter mit den Essigälchen wird einfach umgestülpt in
dem Aquarium ausgewaschen.
Der Vorteil der Essigälchen im Gegensatz zu den Microwürmchen besteht
darin, daß die Essigälchen nicht im Aquarium absinken, sondern frei im
Wasser schwimmen. Um so niedriger der PH-Wert, je länger überleben die
Essigälchen. Unentbehrlich für die Aufzucht sehr kleiner
Schwarzwasserfische.
Pantoffeltierchen Paramecium caudatum

Pantoffeltierchen sind in den meisten Fällen die Erstnahrung, bevor größeres
Futter bewältigt werden kann. Jungfische die selbst Pantoffeltierchen noch
nicht fressen können, benötigen Rädertierchen. Für einen Ansatz benötigt
man ein etwas größeres Gefäß, welches hell und warm stehen sollte. Dieses Gefäß
wird bis zum Rand mit abgestandenem Leitungswasser befüllt. Nun
wird die Flüssigkeit aus einem laufenden Ansatz mit Pantoffeltierchen
angeimpft und mit einem Stück Bananenschale gefüttert. Die Schalen sollten
unbedingt 24 Stunden gewässert, auf Zeitungspapier gut ablaufen und
anschließend auf der Heizung getrocknet werden. Der Ansatz benötigt ca alle
6 Wochen ein neues Stück Bananenschale. Hin und wieder wird mit einigen
Tropfen Kondensmilch gefüttert. Sollten die Pantoffeltierchen mit
Kondensmilch gefüttert werden, muß bis zum Verfüttern an die Jungfische
gewartet werden, bis das Wasser wieder klar ist. Fehlendes Wasser wird mit
abgestandenem Leitungswasser wieder aufgefüllt. Nach 2 bis 3 Monaten wird
ein Teil des Ansatzes entnommen, um eine neue Kultur anzulegen.
Japanischer Wasserfloh Moina macropoda

Japanische Wasserflöhe lassen sich recht gut über den Winter innerhalb des
Hauses kultivieren. Sie sind weitaus weniger hartschalig, als die heimischen
Wasserflöhe.
Zur Pflege eines Moina Ansatzes benötigt man ein Gefäß mit einem
Fassungsvermögen zwischen 5 bis 10 Litern. Glasbehälter eignen sich nicht.
Das Leitungswasser muß abgestanden sein, bevor der Ansatz hinzugegeben
wird. Die Pflege erfolgt bei ca 20 bis 25°C an einem hellen Ort. Es sollten
immer mehrere Kulturen angelegt werden, falls ein Ansatz mal absterben
sollte. Der Ansatz hält im Schnitt zwischen 2 und 3 Wochen, danach muß eine
neue Kultur angesetzt werden. Gefüttert wird mit aufgeschwemmter
Frischhefe, eine schwache Trübung des Wassers ist ausreichend. Es kann aber
auch mit Haferflocken, Trockenhefe oder Preis microplan gefüttert werden.
Springschwänze Collembola sp.

Unsere Springschwänze werden auf Torfgranulat kultiviert. Die Gefäße sollten
nicht zu klein sein, große Eisdosen oder Futtereimer haben sich bewährt. Das
Granulat sollte leicht feucht gehalten werden und die Ansätze warm stehen.
Gefüttert wird regelmäßig mit Kartoffelscheiben, Fischfutter oder Hefe.
Wichtig ist das teilweise Abdecken des Ansatzes, damit die Springschwänze
sich darunter sammeln können. Zum Verfüttern wird einfach die Abdeckung
abgenommen und dann über dem Aquarium abgeschüttelt und abgepustet.
Wir decken unsere Ansätze mit Kartoffelscheiben ab. Springschwänze werden
sehr gerne von Killifischen verspeist, natürlich generell von allen
Oberflächenjägern.
Microwürmchen Panagrellus redivivus
(geboostet)

Genau wie oben bereits beschrieben, wird ein Brei aus Haferflocken und
etwas Wasser, allerdings ohne Zusatz von Trockenhefe hergestellt.
Anschließend wird ein halber Teelöffel Speiseöl zugefügt und mit Möhrensaft
aufgefüllt, bis der Brei die richtige Konsistenz erreicht. Nun wird angeimpft.

Fruchtfliege Drosophila melanogaster

Fruchtfliegen werden besonders von den Betta Arten, Bärblingen und
Killifischen sehr geschätzt. Versorgt werden die Ansätze mit einem Brei aus
Haferflocken, Banane, Apfelessig, Zucker und Fischhefe. Der Brei kann mit
einem Vitaminpräperat aufgewertet werden.
Amerikanische Dauerinfusorien

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Milchinfusorien, ernähren sich die
„Amerikaner“ nicht von der Milch, sondern von dem Milchpilz. Der Vorteil liegt
in der langen Lagerung bei Nichtfüttern. Selbst wenn aktuell wenig oder
keine Dauerinfusorien benötigt werden, kann man ihn in eine Ruhephase
schicken, indem man ihn dunkel weg stellt. Erst wenn wieder kleine
Jungfische diese Erstnahrung benötigen, beginnt man mit einer erneuten
Milchfütterung und kann den Ansatz bereits nach 2 Tagen wieder per Pipette
verfüttern. Diese Infusorien sind besonders geeignet um z.B. die Becken der
Elassoma Arten täglich zu impfen.
Rädertierchen Rotatoria (Brachionus)

Rotatorien werden von uns an kleinste Jungfische verfüttert. Bei den
Rotatorien handelt es sich um Schlauchwürmer, die eine Größe von 100 µm
bis 500 µm erreichen. Wir füttern den Ansatz mit Preis Microplan, was die
Rädertierchen auch gleich aufwertet. Wir haben unseren Stamm reiner
Rädertierchen von René Ruth bekommen, dem wir für die mühevolle
Selektierarbeit unter dem Mikroskop herzlichen an dieser Stelle danken !
Artemiea franciscana

Neben den täglich frisch angesetzten Artemia Nauplien, die an den Großteil
der Jungfische verfüttert werden, hältern wir noch junge Artemien, die wir an
unsere Süßwassernadeln verfüttern. Zu diesem Zweck haben wir ein
Hälterungsbecken von 7 Litern eingerichtet. Dieses Becken wurde mit 30
Gramm Salz pro Liter vorbereitet. Gefüttert werden die Artemien mit Mikrozell
der Firma Hobby, Phytoplankton und Preis Microplan. Außerdem füttern wir in
der Hälterungszeit 1x etwas Trockenhefe, wegen des B-Vitamins.

Fertigfutter / Kunstfutter

Was wir nicht selber herstellen, ansetzen oder kultivieren, beziehen wir aus Zoofachläden. Für unsere Welse bieten wir Kelp-Tabs an und einige unserer Pfleglinge bekommen zwischen dem Lebendfutter immer mal wieder Flakes. Wir haben sehr gute Erfahrung mit den Produkten von Söll-Organix gemacht, ausschlaggebend war die schonende Herstellung und die Auswahl bester Rohstoffe. Unsere Xiphophorus pygmaeus oder X. milleri sind begeisterte Söll Gourmets und man stellt sich die Frage, ob die Lebendfutter-Tage ihnen wirklich besser gefallen.
Phytoplankton
Nannochloropsis oculata, Phaeodactylum tricornutum, Chlorella

Nahrung für die Lebendfutternahrung…
Das Phytoplankton wird in erster Linie an die gehälterten Artemien verfüttert.
Ebenfalls boosten wir damit die Nauplien, bevor sie an die Jungfische
verfüttert werden.
Am Ende der Verfütterung stehen die Rädertierchen, sie werden ebenfalls
tropfenweise mit Phytoplankton ernährt, was sie natürlich auch gehaltvoller
macht.
Artemia Nauplien
Grundnahrung für die Fischbrut
Frisch geschlüpfte Artemia Nauplien sind hier bei uns das A und O, müssen
täglich mehrfach zur Verfügung stehen und bilden das Grundgerüst der
Ernährung für die Jungfische. Wenn Cysten nicht schlüpfen oder die Schalen
sich nicht von den Nauplien absetzen, ganze Flaschen keinen Ertrag haben,
wird die Fütterung zum Spießrutenlauf. Zwar kann für diese Fälle teilweise auf
Microwürmchen oder Grindal ausgewichen werden, aber leider nicht bei allen
Arten.
Nachdem wir mehrfach Pech mit ganzen Chargen hatten und das Ergebnis eine
blubbernde Brühe oder eine Suppe aus Schalen war, haben wir 3 im Handel
erhältliche Sorten und gleichen Bedingungen bebrütet.

Bebrütet wurde in 3 identischen Flaschen, mit der gleichen Wassermenge.
Auch die Salzmenge ist auf das Gramm genau gleich. (Der Unterschied der
Füllhöhe in der mittleren Flasche, ergibt sich aus einer gerade entnommenen
Probe zur Kontrolle der Schlupfrate)
Ein erstklassiges Ergebnis liefert die linke Flasche, die Nauplien sind geschlüpft,
sinken gen Flaschenhals und die Schalen sammeln sich an der Oberfläche.
Farbe und Agilität sind erstklassig.
Die mittlere Flasche zeigt eine schlechte Schlupfrate, die Schalen sammeln sich
sowohl an der Oberfläche, aber auch im Flaschenhals. Eine exakte Trennung
von Nauplien und Schalen ist nicht möglich. Die Farbe und die Agilität lassen zu
wünschen übrig.
Die rechte Flasche ist ein Totalausfall. Schalen und Nauplien trennen sich nicht,
die Nauplien sind maximal zu 10% geschlüpft und die Farbe verleitet zum Guss
in den Abfluss.

Die hier abgebildeten Dosen ergeben in selbiger Anordnung die oben
bebrüteten Cysten. Somit hat „Sanders“ ab sofort einen festen Platz in
unserem Regal gefunden. Es macht keinen Sinn auf einige Euros zu achten,
gleichbleibende Qualität hat wie immer seinen Preis. Experimente mit
günstigeren Anbietern werden wir auf jeden Fall nicht wiederholen. Das was
wir eventuell vorher „gespart“ haben, ist mit der ersten schlechten Charge
Geschichte. Wir führen nun die mittlere und rechte Dose gelassen dem
Hausmüll zu.
Süß– und Meerwasseralgen

Auf dem Photo zu sehen : 2 Ansatzbecken á 20 Liter, ausgestattet mit einer
schwachen Pumpe, damit sich die Algen nicht absetzen, sowie einer Lichtleiste.
Meerwasseralge : Auf 17 Liter abgestandenes Leitungswasser werden 340
Gramm Salz zugefügt. 25°C plus Ansatz.
Süßwasseralge : Auf 20 Liter abgestandenes Leitungswasser, zuzüglich 5 ml
Nutrafin Plant Gro. 25°C plus Ansatz.
Die Meerwasseralge bietet die Nahrung zur Aufzucht der Artemia Nauplien,
kann aber bei Bedarf an Filtrierer und sehr kleine Fischbrut verfüttert werden.
Die Süßwasseralge wird von uns ebenfalls an kleinste Fischbruten verfüttert,
außerdem stellt sie einen Großteil der Nahrung unserer Fächergarnelen
(Atyopsis sp) dar. Sollte es hier mit dem Nachwuchs klappen und die Larven zu
Beginn ein pelagisches Stadium durchlaufen, werden wir auch hier mit
unserem „grünen Wasser“ füttern.
Wichtig ist es die Alge nicht direkt aus dem Ansatzbecken zu verfüttern, da
der Nitratwert oberhalb der 500mg/L liegt. Zum Verfüttern wird die benötigte
Menge aus dem Ansatzbecken gezogen und in einem Behälter in den
Kühlschrank gestellt. Nach einiger Zeit, wenn die Alge sich auf dem Boden
abgesetzt hat, wird das Wasser vorsichtig abgeschüttet. Mit abgestandenem
Leitungswasser wird dann wieder aufgefüllt. Nachdem sich die Alge erneut
abgesetzt hat, wird auch dieses Wasser abgeschüttet und erst jetzt kann die
Alge bedenkenlos gefüttert werden. Dieses Verfahren gewährleistet, dass keine
unerwünschten Stoffe wie Nitrat oder Phosphat in die Aquarien gelangen.
Wasserflöhe Daphnia

In den Wintermonaten kultivieren wir auch für Notfallzeiten einen kleinen Ansatz Daphnien. Sollte es Engpässe bei der Versorgung mit frischen weißen Mückenlarven kommen, ist dies die eiserne Reserve für alle Fischarten, die ausschließlich Lebendfutter annehmen.
In einem einfachen 10 Liter Aquarium befinden sich die letzten Wasserflöhe, die wir vor dem großen Frost aus der Regentonne retten konnten. Das Becken ist techniklos, verfügt aber über eine Lichtquelle, die für die Wasserflöhe nötig ist. Die Temperatur liegt bei 23°C, verdunstetes Wasser wird mit abgestandenem Leitungswasser einfach wieder aufgefüllt. Wir füttern die Wasserflöhe nicht mit Hefe, sondern mit aufgelöstem Spirulinapulver und Süßwasseralge. Alle 10 Tage saugen wir den Boden ab und befreien das Becken von den leeren Wasserflohhäuten. Wer größere Mengen benötigt, sollte die Wasserflöhe in einem 60 Liter Aquarium ansetzen, dieser kleine Ansatz ist wie gesagt nur die letzte Rettung vor dem Lebendfutter-Engpass.
